Dies schrieb Jennifer Ningel - DIE OBERBADISCHE - am 31.12.2022:


"Es geht um das Persönliche
Konzertreihe „Weltklassik am Klavier" - „Hurra, wir leben noch"

Klein, aber fein – unter diesem Motto findet die deutschlandweite Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ seit April auch in Binzen statt. Kathrin Haarstick, die die Konzertreihe organisiert, blickt im Gespräch mit unserer Zeitung auf das zu Ende gehende Jahr zurück und erzählt, wie „Weltklassik am Klavier“ entstanden ist.

Der Start in Binzen sei in einer ganz schwierigen Zeit erfolgt, erklärt Haarstick. Das habe Mut erfordert, da Corona, Inflation und Krieg die Konzertreihe stark getroffen haben. Denn das Einkommen der Gastgeber, Pianisten und von „Weltklassik“ habe sich nicht um ein Drittel reduziert, es seien nur ein Drittel des normalen Einkommens erwirtschaftet worden. Dennoch konnten die Konzerte in Binzen starten. Auch, weil Bürgermeister Andreas Schneucker ein „Macher“ sei, sagt Haarstick. Denn es gebe auch jene, die eine Vermeidungshaltung haben, weil das Projekt mit Arbeit verbunden sein könnte. 
 
Es soll keine Massenveranstaltung sein
 
Deutschlandweit findet „Weltklassik am Klavier“ an 40 Standorten statt, wobei dieses Jahr nur etwa 35 Orte bespielt werden konnten, schätzt Haarstick. So erzählt sie, dass es vor Corona ungefähr 450 Konzerte im Jahr waren. Momentan sei man eher bei 350. Bei der Standortauswahl geht es den Veranstaltern um die kleinen Orte, denn die Elbphilharmonie brauche keine Weltklassik, dort gibt es eigene Programme, erklärt sie. So veranstaltet „Weltklassik“ unter anderem Konzerte in einer kleinen Kirche in Remscheid oder eben im Rathaussaal in Binzen.

Dabei betont Haarstick, dass es um das Persönliche gehe. „,Weltklassik’ ist keine Massenveranstaltung.“ Dadurch entstehe eine Verbindung mit den Gästen und sie erzählen aus ihrem Leben, wenn sie Tickets reservieren. Denn wer einmal da war, kommt wieder, berichtet Haarstick. Und das Konzept der kleinen Konzerte ist nicht neu. Diese gab es zu Zeiten der großen Komponisten auch, erzählt sie. So habe unter anderem Franz Schubert für Freunde gespielt, die um sein Klavier herumsaßen.

Kinder sollen zu den Konzerten kommen

Weiterhin ist ihr wichtig, Kinder für die Konzerte zu begeistern, denn „nur Rammstein zu hören, ist, als wenn man nur Mickey Mouse liest und kein Goethe mehr“. Das heiße nicht, dass man nur noch Goethe lesen solle, aber es gehöre zu unserem kulturellen Erbe, erläutert sie. Und deshalb ist es Haarstick ein Anliegen, dass der Eintritt für unter 18-Jährige kostenlos ist. So kommen im Schnitt pro Veranstaltung fünf Kinder und die Kinder haben noch nie gestört, versichert sie.  Sie sieht dabei die Großeltern in der Verantwortung, ihre Enkel mitzubringen.

Schlussendlich resümiert Haarstick das Jahr mit den Worten: „Hurra, wir leben noch“. Ein Buchtitel, den sie für dieses Jahr passend findet. 

Der Eintritt beträgt 30 Euro, für Studenten 15 und ist für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Reservierungen werden unter info@weltklassik.de oder Tel. 0151/ 12585527 entgegengenommen. Weitere Informationen sind unter www.weltklassik.de zu finden."